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Studio Münster
Nachrichten
Die finanziell schwer angeschlagene Stadt Dorsten wird ihre Bürger künftig noch stärker zur Kasse bitten – und gleichzeitig städtische Angebote rigoros zusammenstreichen. Gestern Abend (15.05.2012) wurden die Pläne im Rat vorgestellt. Das Land verlangt den Sparkurs. Im Gegenzug winken Millionenzuschüsse. In einem ersten Schritt will die Stadt Dorsten beispielsweise die Grund- und Gewerbesteuern drastisch erhöhen. Außerdem will die Kommune weitere Schulen schließen und Zuschüsse für den Sport-, Bäder- und Kulturbereich auf ein Minimum senken. Mit mehr als 200 Einzelmaßnahmen hofft Dorsten, mindestens 17 Millionen Euro pro Jahr zu sparen. Wenn aber künftig nicht mehr Geld vom Land fließt und auch die Abgaben an Kreis und Verbände nicht sinken, dann droht Plan B. Der käme einem Kahlschlag gleich. Unter anderem müssten die Musikschule, Bäder und Bibliotheken ganz aufgegeben werden. Noch vor der Sommerpause soll die Streichliste beschlossen werden. Die Bürger in Dorsten sind wenig begeistert.
Der Münsteraner Sportpsychologe Bernd Strauß fordert nach den Fußballfan-Tumulten in Düsseldorf Konsequenzen. "Ich war in der Tat sehr erschrocken darüber und finde, dass dies eine recht neue Qualität im deutschen Fußball hat. Also ich würde jetzt von Seiten des DFB darüber nachdenken, ob nicht - um ein Zeichen zu setzen - ein Wiederholungsspiel auf neutralem Platz unter Ausschluss der Zuschauer notwendig wäre."
Die Versorgung des Münsterlandes mit Lebensmittelmärkten ist meistenteils gut. Das besagt der gestern (15.05.2012) veröffentlichte Handelsreport der Industrie- und Handelskammer in Münster. Die Kammer erwartet aber Probleme in kleineren Orten mit weniger als 2500 Einwohnern. Das gelte vor allem dann, wenn die Inhaber bestehender Geschäfte dort in Rente gehen. Die Kammer schätzt die Zahl der Orte, die schon bald Probleme haben werden, auf gut ein Dutzend. Hier müssten die Kommunen frühzeitig besondere Anstrenungen unternehmen und Gegenkonzepte entwickeln.
20 Jahre haben sich Wissenschaftler die Zähne ausgebissen an der Lösung eines mathematischen Problems. Der Mathematikprofessor Michael Weiss von der Uni Münster hat es gelöst - und dafür gestern Abend (15.06.2012) in Berlin die höchst dotierte wissenschaftliche Auszeichnung bekommen, die es in Deutschland gibt. 3,5 Millionen Euro ist die sogenannte Humboldt-Professur wert. Für Michael Weiss eine Verpflichtung: „Es ist natürlich eine große Auszeichnung und natürlich ist man stolz. Aber so ein Preis bedeutet natürlich viel Ehre, man steht in der Öffentlichkeit, das ist aber gar nicht unbedingt so angenehm. Und es bedeutet eben neue Herausforderungen. Ich muss jetzt anders arbeiten. Es ist nicht nur Freude. Damit kommen auch neue Aufgaben.“ Denn die Forschung geht auch nach der Lösung des Matheproblems natürlich weiter. Von dem Preisgeld kann Weiss an der Uni Münster 15 Mitarbeiter für 5 Jahre weiter beschäftigen.
Die neue Gesamtschule in Warendorf kann nach den Sommerferien starten. Mehr als 160 Schüler haben sich angemeldet. Im Vorfeld hatte es in Warendorf einen politischen Streit gegeben. CDU und FDP waren gegen eine Gesamtschule, Eltern und Lehrer konnten sich am Ende aber durchsetzen.
Nur Kaufhaus oder gleich ein großes Einkaufszentrum? Monatelang hat die Diskussion über die künftige Nutzung des alten Finanzamtes in Ahaus die Bürger bewegt. Jetzt hat der Rat entschieden - es wird ein Kaufhaus. Dafür hatte auch der Ahauser Gewerbeverein votiert. Die Bürger hätten lieber ein Einkaufs- zentrum bekommen.
Zwei brennende Autos und mehrere abgefackelte Mülltonnen - 6000 Euro Sachschaden sind die Bilanz einer Chaotennacht (16.05.2012) in Havixbeck. Die Polizei vermutet, dass Jugendliche hinter den Anschlägen stecken. Ein Wagen brannte völlig aus, ein zweiter wurde schwer beschädigt.
Das Wetter lässt es kaum vermuten, aber der Obstbauverband NRW hat gestern (15.05.2012) offiziell die Erdbeersaison eröffnet. Frische Früchte aus dem Münsterland gibt es derzeit aber nur aus dem Erdbeer-Tunnel. Die Landwirte rechnen damit, dass sich die Freiland-Saison verzögert. In Münsterland gibt es 70 Betriebe, die Erdbeeren anbauen.
In Polen gegann gestern (15.06.2012) die Fußball-Europameisterschaft - allerdings nicht die der großen Stars, sondern die der Bürgermeister. Mit dabei der Rathauschef aus Recke, Eckhard Kellermeier. Gemeinsam mit 20 Amtskollegen tritt er zur Titelverteidigung an. Das Spielniveau bewege sich etwa auf dem Niveau der Bezirksliga, sagt der 47-jährige Kellermeier. Der Bürgermeister freut sich auf den EM-Einsatz: „Ich erwarte, dass es ein schönes Gefühl ist, auf der einen Seite ein spannendes, aber auch ein erhebendes Gefühl, mit dem Adler auf den Platz zu laufen, vor den Spielen die Nationalhymne zu hören, das erfüllt einem schon mit Stolz. Ich spiele in diesem Team überwiegend im defensiven Bereich, in der Vierer-Abwehrkette oder im defensiven Mittelfeld, wobei ich sagen muss, das das defensive Mittelfeld auch meine Lieblingsposition ist. Manchmal spiele ich, wie gesagt, jetzt noch etwas defensiver.“